ISBN eBook 978-3-649-67151-0

© 2016 Coppenrath Verlag GmbH & Co. KG, Hafenweg 30, 48155 Münster

Alle Rechte vorbehalten, auch auszugsweise

All rights reserved including the right of reproduction in whole or in part in any form.

This edition published by arrangement with Dial Books for Young Readers,

an imprint of Penguin Young Readers Group, a division of Penguin Random House LLC.

Originalcopyright © 2014 by Rob Harrell

Originaltitel: Life of Zarf – Th Troll Who Cried Wolf

Aus dem amerikanischen Englisch von Gabriele Haefs

Illustrationen: Rob Harrell

Umschlaggestaltung: Ute Kleim/Frauke Maydorn, unter Verwendung eines Motivs von Rob Harrell

Lektorat: Frauke Reitze

www.coppenrath.de

Das Buch (Hardcover) erscheint unter der ISBN 978-3-649-66845-9

1. KAPITEL

Mögen die Feierlichkeiten beginnen

Sonnenschutzcreme und Fell sind keine gute Mischung. Am Ende seht ihr bloß klumpig und komisch aus. Die Creme macht einen nämlich furchtbar klebrig, und der ganze Dreck und Müll, an dem man gerade vorbeikommt, bleiben an einem hängen. Ich bin schon mal wie eine benutzte Fusselrolle nach Hause gekommen, als ich Sonnencreme drauf hatte.

Aber versucht mal, das meiner Mom klarzumachen!

Als meine Familie sich auf den Weg zur Villa Kleinschwein machte, strahlte die Sonne wie blöd, deshalb schlich Mom sich immer wieder an mich heran und sprühte mich überfallartig aus dem Hinterhalt mit Sonnencreme ein.

Mein Opa – wir nennen ihn Gramps – summte sein Ich-bin-jaheut- so-glücklich-Lied. Der Hust- und Pusttag war einfach einer seiner Lieblingstage im Jahr.

»Ich werd essen, bis ich platze, Junge!«, sagte er zu mir. »Nimm besser ’ne Schaufel und ’nen Haufen Papiertücher mit, damit du meine Überreste aufwischen kannst …«

Aber vielleicht sollte ich mit dem Anfang beginnen.

Also, mein Name ist Spotz Belford. Ich lebe im Dorf Scherwutz im Königreich Niegelungen. Ich bin ein Troll, wie man sieht, und ich schleppe mich derzeit durch das albtraumhafte Kuriositätenkabinett, das hier Gesamtschule genannt wird. Leider sind auf meiner »Schule der Galanten Ritter« (sie heißt wirklich so!) Trolle ungefähr so willkommen wie Mungwürmer in einer Schüssel Spaghetti.

Immerhin, ich überlebe. Vor allem wegen meiner beiden besten Freunde, Kevin und Joe. Ich könnte noch mehr aus der Schule plaudern – zum Beispiel, was für ein mieser kleiner Kotzbrocken mein Klassenkamerad Prinz Roquefort ist. Aber das werdet ihr sicher von selbst kapieren. Ich könnte euch auch die »Überlebensregeln für das Königreich Niegelungen« erklären – zum Beispiel »Streichle niemals eine blubbernde Eiterschildkröte«, doch wir sollten jetzt mal eine Art Reihenfolge versuchen. Es wird schon noch alles zur Sprache kommen. Und ihr werdet verstehen, was Sache ist. Versprochen.

Kommen wir also zum Hust- und Pusttag. Den veranstalten die Eltern meines Freundes Kevin einmal im Jahr, im Park der Villa Kleinschwein. Sie feiern dabei den Sieg der drei kleinen Schweinchen über einen gewissen hustenden und pustenden Wolf, der sich vor vielen Jahren zugetragen hat, und das Fest ist ganz einfach das Allergrößte seit ehmals und jemals.

Das ganze Dorf Scherwutz findet sich ein, dazu noch Heerscharen aus dem restlichen Königreich. Die Kleinschweins sind ja in der Baubranche unvorstellbar erfolgreich geworden (seit sie Stöcke und Heu als Baumaterial aufgegeben haben) und an diesem Tag wird an nichts gespart. Es gibt Spiele und Musik und Aufführungen. Es gibt ein Pust-das-Haus-um-Spiel, wo ihr euch Wolfsohren anstecken und versuchen könnt, ein Haus aus Zweigen umzupusten. Es gibt Ponys und Karussells und ein riesiges Riesenrad und so viel Essen umsonst, dass sich anschließend alle mit ächzenden Bäuchen nach Hause schleppen. Es gibt kiloweise Hammelfleisch, Schüsseln voller Porridge, Berge von Zuckerwatte und haufenweise frittierte Gründelriegel.

Was erklärt, warum Gramps und mein Dad sich ihre »Fresshosen« mit dem dehnbaren Bund angezogen hatten. Jedes Jahr wollen sie nämlich aufs Neue herausfinden, wie viel Gratisessen sie sich in den Wanst stopfen können, ohne dass ihre Hosen platzen, und jedes Mal schwören sie, diesmal ihre Höchstleistung zu erbringen. In diesem Jahr verbreitete Gramps sich die ganze Zeit darüber, dass er das Wolfskuttelnpastetenwettessen gewinnen würde, obwohl meine Mutter versuchte, ihm dieses Vorhaben auszureden. (Ich sollte vielleicht erwähnen, dass in der Wolfskuttelnpastete keine echten Wolfsinnereien sind. Das ist einfach ein Erdbeer- Rhabarberkuchen, der an diesem einen Tag im Jahr einen anderen Namen hat.)

Wenn es für euch komisch klingt, Obstkuchen zu essen, der aussieht wie Wolfskutteln, dann müsst ihr wissen, dass Wölfe einfach das Letzte sind. Wirklich, das sind gemeine, durchtriebene, wütende Fressmaschinen. Sie sind seit den frühsten Urzeiten ein Problem. Oder vielleicht noch länger. Wölfe greifen an. Leute werden gefressen. Die Flohplage …!

Vor einigen Jahren wurden die Wölfe endgültig aus der anständigen Gesellschaft verbannt, jetzt treiben sie sich als Motorradbanden im Untergrund herum – und sind ganz einfach kriminell.

Der schlimmste aller Wölfe war der berüchtigte Große Böse. Er war der Oberschurke, der Gruselgangster, von dem Eltern ihren Kindern erzählen, damit die abends brav ins Bett gehen.

Auch ihr habt bestimmt schon mal von ihm gehört – wie gesagt, vor vielen Jahren hat er ein Haus der Kleinschweins nach dem anderen umgepustet, bis sie ihm dann endlich mit einem Haus aus Ziegelsteinen Widerstand leisten konnten.

Und dann gab es noch diese Sache mit Rotkäppchen: Da hat er sich wie ein Transvestit als Käppis Oma verkleidet, um sie zu fressen.

Natürlich hat Käppi dann den Spieß umgedreht und auf ihn eingeschlagen, bis er tot war. Dadurch wurde sie hier in der Gegend zu einer richtigen Volksheldin, musste später aber trotzdem aus dem Königreich fliehen, um der Rache der übrigen Wölfe zu entgehen. Es wurde sogar ein echt genialer Horrorfilm über die Story gedreht, den ich mir einmal bei Gramps ansehen durfte. Entschuldigt, jetzt rede ich schon viel zu lange über diese Geschichte. Aber es ist doch nicht schlecht, am Hust- und Pusttag daran zu erinnern, dass wir hier unser wolfsfreies Leben feiern.

Zurück zu heute. Es war das erste Mal, dass Trolle am Wolfspastetenwettessen teilnehmen durften. Unser redlicher König Kastanius hatte verfügt, dass die Gründe, aus denen wir bisher davon ausgeschlossen gewesen waren – nämlich, dass mit Pastete verschmierte Trolle ziemlich eklig aussehen –, gegen die Verfassung verstießen. Und Gramps wollte dieses Wettessen um nichts in der Welt versäumen.

Wir gingen gerade die endlose Auffahrt zur Villa Kleinschwein hinauf, wo der Festplatz lag, als ich hinter uns Hufe klappern hörte. Ich drehte mich um und sah zu meiner Begeisterung, dass es George Edelherz war, der edelste aller Edelritter.

»Wie schön, euch zu sehen!« George hatte uns einige Male zu Hause besucht und den berühmten Hammeleintopf meiner Mom probiert. Seit der »Schnupfwiesel-Affaire« gehörte er fast schon zur Familie.

(Einige Monate zuvor hatten wir zusammen das Königreich vor einer Bande von über zwei Meter großen, ziemlich brutalen Schnupfwieseln gerettet. Und ganz nebenbei auch Georges Ehre. Nicht weiter der Rede wert.)

Hinter George auf dem Pferderücken beugte sich eine Frau vor, lächelte und winkte uns zu, und ich brauchte einen Moment, um zu begreifen, dass das gar keine Frau war. Es war meine LEHRERIN! Miss Flett!

Ich brachte mühsam ein »Hallo« heraus und winkte lahm mit der Pfote zurück.

Mein Freund George … und meine Lehrerin?

Was war das denn?

Ein Date?

Aber Lehrerinnen haben ja wohl keine Dates!

»Wir sehen uns im Festzelt«, sagte George. »Und, Spotz, ich fordere dich zur letzten Runde beim Wolfweitwurf heraus!«

Er lächelte breit und zwinkerte mir zu, dann trieb er sein Pferd die Auffahrt hinauf.

Meine Mom sah aus, als ob sie vor Glück jeden Augenblick platzen wollte. »Sag mal, Spotz – das ist doch deine Lehrerin, Miss Flett, oder?«

»Jawoll!«, fiel Gramps ein. »Seh ich auch so. Und was für ein fesches Mädel!«

Miss Flett war natürlich mit Abstand meine Lieblingslehrerin, aber sie hatte nun mal dieses … Lehrerinnenhafte an sich. Während wir die Auffahrt weiter hinaufgingen, versuchte ich, sie mir als einen echten Menschen vorzustellen – ohne Vokabeltests und Rotstift und so –, aber es gelang mir nicht so ganz.

Als wir zum Eingang des Festplatzes kamen, drehte sich ein riesiger Sicherheitsoger zu uns um. Er war mit einer halbautomatischen Schleuder bewaffnet, vermutlich wegen der – unfassbar unwahrscheinlichen – Gefahr, dass ein echter Wolf sich zum ersten Mal seit einer Basillion Jahren hier in der Stadt sehen ließ. Als das Ungeheuer uns erblickte, verschwand das breite Grinsen aus seinem Gesicht. Es beugte sich vor und schnüffelte an Gramps herum.

»Ich dachte schon, ich hätte Wolf gerochen, aber das ist bloß euer Trollgestank. Schon komisch, dass Wölfe und Trolle genau gleich riechen!« (Ich wünschte, ich könnte hier widersprechen, aber es stimmt. Es ist einer der gemeineren Streiche der Natur, dass das Geruchsprofil von Trollen mit dem von Wölfen sehr weitgehend übereinstimmt.)

Das Ungeheuer fing an zu kichern. »Wenn ihr mich fragt, dann dürften Trolle zum Hust- und Pusttag gar keinen Zutritt haben. Die Kleinen könnten doch Albträume kriegen!«

Die Kleinen könnten doch Albträume kriegen!«

Gramps kicherte ebenfalls.

»Heut ist ein Tag zum Feiern und Essen und Trinken. Und da musste schon verzeihen, dass wir das ausnutzen wollen.«

Wir machten unsere Schultern ganz breit und gingen so hocherhobenen Hauptes weiter, wie wir nur konnten.

Mein Dad und Gramps stürzten zum erstbesten Getränkestand. Aber meine Mom blieb stehen und packte mich an der Schulter.

»Denk dran, was du mir versprochen hast, Spotz. Fang bloß nicht wieder Streit mit dem Prinzen an! Ich könnte es nicht ertragen, wenn du noch einmal in den Kerker gesteckt würdest, klar?« Sie hatte sich noch immer nicht ganz von meinem letzten Zusammenstoß mit Seiner Hoheit erholt.

Sie verpasste mir noch ihr berühmtes langes »Mom-Starren«, um deutlich zu machen, dass es ihr ernst war, dann fuhr sie mir einmal rasch durchs Fell und ließ mich los.

Ich ging meine Freunde suchen.

Als ich um die Ecke der Villa Kleinschwein bog, fand ich den Garten dahinter voller Festgäste vor. Kevin stand abseits bei dem riesigen Koiteich vor einem langen Tisch mit dick belegten Sandwiches und rang die Hufe.

Kevin ist der längenmäßig etwas beeinträchtigte Sohn von Stan Kleinschwein (alias »das clevere Schweinchen mit dem Ziegelhaus«). Über Kevin müsst ihr vor allem wissen, dass er genau der Typ ist, der sich vor neun Uhr morgens schon mehr Sorgen macht als andere Leute am ganzen Tag.

Worüber er sich Sorgen macht? Egal. Er ist ein professioneller Kopfzerbrecher. Es können achtunddreißig Grad im Schatten sein, keine Wolke am Himmel – und Kevin findet trotzdem einen Grund zur Besorgnis.

»Frohen Hust- und Pusttag, Kevin!«, sagte ich und klopft ihm auf den Rücken.

Er schwitzte noch ärger, als ich erwartet hatte, und zitterte fast vor Nervosität.

»FROH! Wie soll ich an so einem Tag denn wohl froh sein?«, rief er.

»Hier wird eine Katastrophe passieren, Spotz! Denn weißt du, was sich überhaupt nicht miteinander verträgt? MAYONNAISE und DIREKTE SONNENEINSTRAHLUNG! Wenn wir nicht sehr bald etwas unternehmen, wird dieses Fest als Durchfall von Schaffhausen enden!«

In diesem Moment kam mein Freund Joe dazu, schnappte sich eins der fettig aussehenden Thunfischbaguettes und stopfte sich das ganze Teil auf einmal in den Mund.

Joe K. Flintwater (mein zweitbester Freund – aber er liegt quasi Kopf an Kopf mit Kevin) ist der Sohn des Hofnarren von Niegelungen und wird den Posten übernehmen, wenn sein Dad in Pension geht. Das ist ganz schön hart für jemanden, dem es leider an Talent für Komik zu fehlen scheint. Joe ist ungefähr so witzig, wie diese traurig aussehenden Tierheimhunde aus der Werbung fröhlich sind. Aber er gibt sich Mühe. Meine Güte, was gibt er sich für Mühe!

Ich möchte da mal was klarstellen.

Diese Jungs, Kevin und Joe, sind immer für mich da und ich für sie. Trotz ihrer Macken würde ich sie um nichts in der Welt hergeben.

Wie Gramps immer sagt: »Bisschen schepp is' doch nett.«

»He, Joe!«, sagte ich, während Kevin und ich den Tisch anhoben und ungefähr einen Meter weiter hinten in den Schatten stellten. Ich sah, wie sich Kevins Schultern ein ganz klein wenig entspannten. »Hast du gesehen, mit wem George hier ist? Ich glaub, er hat ein Date mit Miss Flett!«

Joe reckte den Hals, um über die Menge hinwegblicken zu können, und schluckte hörbar sein Thunfischbrot hinunter. »Der Edelritter siegt eben immer. Miss Flett ist einfach die Coolste!«

Er hatte recht.

Miss Flett war wirklich die Coolste – also, für eine Lehrerin.

Kevin war anderweitig beschäftigt. Er sah sich den Winkel an, in dem der Schatten des Hauses fiel, und rechnete aus, wie lange die Sandwiches vor der Sonne geschützt bleiben würden. »Vielleicht könnte ich einen Ventilator aufstellen, der ein bisschen Eis herüberweht …«

Wir standen noch ein paar Minuten herum, bis Kevin zu unruhig wurde und mitteilte, dass er jetzt den Drachenhundsee überprüfen wollte.

Und schon war er zu einem neuen Kevin-Einsatz verschwunden. Ich zuckte mit den Schultern und fischte mir einen Muffelbiest- Frischkäse-Wrap aus dem Sandwichhaufen.

2. KAPITEL

Eine Frage des Geschmacks

Joe und ich schlenderten gerade an der Frettchen-Wurfbude vorbei, da bemerkten wir nicht weit von uns hektische Betriebsamkeit

Ein schrilles Hupen ertönte, und die Umstehenden sprangen eilig auseinander, als ein Fahrzeug die Menge wie eine Schafherde teilte.

Es war Goldie Locke, in ihren Kindertagen bekannt als Goldlöckchen, heutzutage die Essensausgeberin unserer Schulkantine. Sie holperte in einem ramponierten alten Golfwagen heran, auf dessen Seite »Goldies Catering« stand. Auf dem Dach war ein riesiges Kuchenstück aus Glasfasern an einer Sprungfeder angebracht. Goldie lächelte, als sie uns sah.

»Na, wenn das nicht Wuschel und Puschel sind!«, rief sie und hielt neben uns. »Springt rein, wenn ihr wollt, aber macht schnell.«

Ich kletterte neben sie in den Golfwagen. Joe versuchte noch, einen Stapel Kühlboxen hinten im Wagen zu erklimmen, als sie schon weiterfuhr.

»Geht es um die Mayokrise?«, fragte ich und klammerte mich an den Rand des wackligen Daches. »Kevin scheint ja reichlich fertig deswegen zu sein.«

Goldie sah mich von der Seite her an, als ob ich sämtliche Tassen im Schrank verloren hätte.

»Der Mayonnaise passiert schon nichts. Und sag Kevin, er soll mit dem Gerede aufhören. Das verdirbt das Geschäft Nein, was wir wirklich haben, ist eine Hammelkrise. Und das ausgerechnet am Hust- und Pusttag, es ist doch zum Heulen!«

»Hammelkrise?«

Davon hörte ich zum ersten Mal.

»Ja. Irgendwer hat hier im Dorf die Bestände geplündert. Hat Schafe geklaut. Und gefressen. Ich habe Fußspuren im Boden gefunden, die nach Hunden aussehen, nur größer …« Ihr Blick wanderte zum Wald hinüber, als ob sie für einen Moment den Faden verloren hätte. »Jedenfalls bringe ich eine Lieferung direkt vom Hafen. Wenn diesem Volksauflauf hier eins nicht fehlen wird, dann Hammel.«

Ich wäre fast aus dem Wagen gefallen, als Goldie nun ohne Ankündigung scharf das Lenkrad herumriss – und nur um Haaresbreite einem Torkelzwerg in einem »Ich hust dir was!«-T-Shirt auswich.

»Wir sind also im Hammel-Einsatz unterwegs?«, fragte ich.

Goldie schüttelte den Kopf. »Schön wär's, Spotz. Das ist leider kein Hammel. Sondern Smammel.«

Mein Gesicht knallte gegen die Windschutzscheibe, als Goldie abrupt auf die Bremse trampelte. Joe machte einen Purzelbaum zu uns hinein und landete mit dem Kopf nach unten zwischen Goldie und mir.

Ihr müsst wissen, Smammel ist vielleicht die widerlichste von allen Dosenflischsorten. Er wird in knallrosa Büchsen angeboten und der Inhalt sieht grau und wie Rotz aus. Ich würde es nicht einmal dann anrühren, wenn ich dafür ein Vermögen kriegte!

Ich beugte mich zu Goldie hinüber.

»Willst du wirklich versuchen, den Leuten dieses Hammelimitat unterzujubeln?«, flüsterte ich schockiert. »Wenn die das merken, drehen die doch durch! Weißt du nicht mehr, die Froghurt-Krawalle?«

»Mach dir nicht ins Hemd, Spotz. Ich bin ganz sicher, dass sie keinen Unterschied bemerken werden. Vertrau der alten Goldie einfach.«

»Sie werden es merken«, erwiderte ich. Wir stiegen aus und fingen an, die Kühlboxen auf einen großen Tisch in der Nähe der »Tauch-den-Wolf«-Bude zu laden. »Ich würde es merken.«

»Du machst Witze.« Goldie grunzte und wuchtete sich die größte Kühlbox von allen auf ihre starke Schulter. »Ich hab schon so of erlebt, dass du in der Kantine um Nachschlag gebeten hast.«

Joe und ich erstarrten.

Goldie verschwand in der Menge und rief kichernd: »Danke für eure Hilfe, Jungs! Bis nachher beim Feuerwerk!«