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Jo Franklin

Hilfe, ich bin ein Genie!

Für Cedric und Eleanor
J. F.

eBook ISBN 978-3-649-62204-6

© 2015 Coppenrath Verlag GmbH & Co. KG, Hafenweg 30, 48155 Münster
Alle Rechte vorbehalten, auch auszugsweise
Originalcopyright © 2015 by Jo Franklin
Originaltitel: Help! I’m a Genius!
Published by arrangement with Margot Edwards working with the Anne Clark
Literary Agency – www.anneclarkliteraryagency.co.uk
Aus dem Englischen von Christine Spindler
Illustrationen: Der Anton
Lektorat: Frauke Reitze
www.coppenrath.de

Das Buch erscheint unter der ISBN 978-3-649-61793-8

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Inhalt

1. WAS iHR ÜBER DEN IQ MEiNER FAMiLIE WiSSEN SOLLTET

2. ÄRGER MIT CHIPS

3. KEINER WiLL GEWINNEN

4. EXPLOSIONS-GEFAHR!

5. UND DER SiEGER IST …

6. NEIN, NEiN, NEIN!

7. SCHADENSBEgRENZUNG

8. WO?!

9. GENIAL DANEBEN

10. WiE MAN EiN SUPERHIRN WIRD

11. HiRNNAHRUNG

12. PLATZ DA FÜRS GEHiRN!

13. HALLO, AMERiKA!

14. GiB NiEMALS AUF!

15. DER MiLLiONEN-BETRÜGER

16. DAS GROSSE KRIBBELN

17. AUTSCH!

18. EiN RUDEL SUPERHIRNE

19. MEIN ERSTER FERNSEHAUFTRiTT

20. SCHLAG DAS SUPERHIRN

21. DER GROSSE SHOWDOWN

22. DAS FiNALE

23. SUPERHIRNE UNTER SICH

24. WAS SUPERHIRNE WiRKLiCH WOLLEN

25. ÄRGER MIT BRIEFEN

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1. WAS iHR ÜBER DEN IQ MEiNER FAMiLIE WiSSEN SOLLTET

Alle Mitglieder meiner Familie sind absolute Intelligenzbestien – alle außer mir. Ich weiß nicht, wie es kommt, dass ausgerechnet ich ein Kendal bin. So heißen wir nämlich.

Leider bin ich zu jung, um daheim auszuziehen, darum muss ich hier wohl noch eine Weile als einzige Hohlbirne durchhalten.

Dad ist Dozent an der Uni. Er bringt schlauen Leuten bei, wie sie noch schlauer mit ihrem Gehirn umgehen können. Sein Beruf nennt sich Neurowissenschaftler, aber fragt mich nicht, was das bedeutet, ich bin schließlich keiner seiner Studenten.

Dad bewahrt sein Gehirn meistens auf unserem Kühlschrank auf. Natürlich nicht sein eigenes – das befindet sich ja in seinem Schädel (zumindest glaube ich das). Das Gehirn, das auf dem Kühlschrank steht, ist aus Plastik und lässt sich in zwei Hälften teilen, sodass man hineinsehen kann.

Die Firma, die Dads Gehirn gemacht hat, hat die verschiedenen Teile mit seltsamen und mir völlig unbekannten Namen beschriftet. Dad hat noch weitere Schildchen draufgeklebt, als er mir die Teile des Gehirns erklärt hat. Es funktioniert ungefährt so – glaube ich:

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Mum ist zwar keine Gehirnexpertin, aber sie weiß alles über jedes andere Thema. Sie arbeitet seit Kurzem im Schulsekretariat. Zum Glück nicht an meiner Schule. Nach nur einer Woche kannte sie die Namen und die Lieblingsfarben aller Kinder und wusste, welche Kleidergrößen sie trugen, auch wenn sie es nicht zugeben wollte. Jetzt kennt sie auch noch die Geheimnisse aller Eltern, da sie die E-Mails des Schulleiters liest. Die Eltern nennen sie „den Dobermann“. Sie findet das witzig. Ich auch.

Mum ist sehr aufbrausend und hat einen ausgezeichneten Geruchssinn. Wenn mein bester Freund Freddo eine Tüte Chips in mein Zimmer schmuggeln will, sagt sie ihm gehörig die Meinung. (Kein Essen im oberen Stockwerk! So lautet eine ihrer Regeln.) Darum nennen Freddo und ich sie Dober-Mum, seit sie diesen neuen Job hat. Ich sage ihr das nicht direkt, weil ich nicht glaube, dass sie das ebenfalls für witzig hält, und außerdem habe ich Angst, dass sie mich dann vielleicht beißt.

Meine unfassbar nervige ältere Schwester Jessie dagegen tut nur so, als wüsste sie alles. Tatsächlich weiß sie alles über ihre Lieblingsband One Direction. Und da sie nur über dieses eine Thema redet, ist sie in ihrer eigenen Welt ein Superhirn.

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Mein Bruder Timmy ist erst zwei Jahre alt. Ich glaube, man kann fairerweise sagen, dass er noch keine Intelligenzbestie ist. Er weiß aber genau, wie er seinen Willen durchsetzen kann, besonders bei Dad:

Wenn Timmy etwas will und Dad Nein sagt, dann presst er die Lippen zusammen und hört auf zu atmen. Erst wird er rot im Gesicht, dann weiß. Als Nächstes würde er blau anlaufen, aber da gerät Dad in Panik, denn wenn man die Luft anhält, nimmt die Sauerstoffzufuhr im Gehirn ab, und Zillionen von Hirnzellen sterben. So bekommt Timmy von Dad alles, was er will.

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Bleibe noch ich, Daniel, elf Jahre alt. Die Wachstumshormone haben bei mir vor allem auf den Körper gewirkt, nicht so aufs Gehirn. Darum bin ich ziemlich groß, aber nicht besonders schlau.

Mum und Dad sind sehr enttäuscht, glaube ich, dass ich nicht so viel Hirnschmalz habe wie sie. Letztes Jahr bekam ich zu Weihnachten von ihnen ein Buch geschenkt mit dem Titel: »Eine Million erstaunliche Fakten für Jungs.« Ich kenne immer noch keine der erstaunlichen Fakten, weil ich das Buch benutze, um das wacklige Bein an meinem Bett abzustützen.

Mum und Dad wetteifern immer, wer von ihnen schlauer ist, und versuchen, schneller als der andere die Fragen in Quizsendungen wie Wer wird Millionär? zu beantworten. Ich brauche gar nicht erst zu versuchen, da mitzuhalten, ich würde jedes Mal den Kürzeren ziehen. Da wetteifere ich lieber mit meinem besten Freund Freddo, wer von uns die größere Hohlbirne ist.

In den Klassenarbeiten hat Freddo normalerweise immer die schlechteste Note. Darauf ist er total stolz. Ich versuche, ihn noch zu unterbieten, aber bisher ist es mir nicht gelungen. Vielleicht habe ich ja doch ein paar Gehirnzellen geerbt.

Freddo und ich stellen eine Liste von Bezeichnungen für Hohlbirnen zusammen – eine für jeden Buchstaben des Alphabets. Bis jetzt haben wir nur die hier gefunden:

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Aber heute habe ich zum ersten Mal selbst etwas Erstaunliches in Erfahrung gebracht, sogar noch bevor Mum es herausfand.

Ich wollte mich gerade auf den Schulweg machen, als die Post kam. Ein richtig dicker Umschlag wurde durch den Briefschlitz geschoben. Er war an Dad adressiert und in den USA frankiert worden. Doch bevor ich ihn fragen konnte, was das für ein Brief ist, riss Dad ihn mir aus der Hand.

»Sag Mum nichts davon«, sagte er. »Es ist eine Überraschung.«

In diesem Moment kam Mum mit Timmy auf dem Arm die Treppe runter. Dad stopfte den Brief hinten unter seinen Pullover.

»Zeit für die Schule, Dan«, sagte Mum. Dann stellte sie Timmy auf den Boden, packte mich an den Schultern und setzte ihren Gedankenlesetrick ein – sie starrte mir in die Augen, um herauszufinden, was ich im Schilde führte.

Dabei versuchte ich doch nur, Dads USA-Überraschung geheim zu halten. Doch die Vereinigten Staaten von Amerika sind riesig und mein Gehirn ist winzig. Das Geheimnis versuchte mit allen Mitteln zu entwischen.

»Ich bin spät dran«, sagte ich schnell, duckte mich unter ihren stählernen Dober-Mum-Klauen weg und flitzte aus dem Haus.

Ich hoffe, dass Dad ihr (und mir) schon bald erzählt, was es mit seinem Geheimnis auf sich hat, sonst explodiert mein Minihirn!

2. ÄRGER MIT CHIPS

Auf dem Weg in die Schule überlegte ich die ganze Zeit, was es mit dem Brief aus den USA auf sich haben könnte. Mum wollte immer schon Urlaub in Amerika machen, aber Dad fliegt nicht gern, darum unternehmen wir keine Flugreisen. Letztes Jahr hat Mum ihn zu einem Kurs angemeldet: »Mit Hypnose die Flugangst bekämpfen.« Vielleicht hat er seine Angst ja jetzt überwunden und als Überraschung eine USA-Reise gebucht. Das wäre klasse. Wir könnten einen richtigen Cowboy-Urlaub machen!

Wir könnten ins Guinness-Buch der Rekorde kommen, indem wir an einem einzigen Tag alle Fenster am Empire State Building putzen.

Oder wir könnten mit verbundenen Augen über den Grand Canyon balancieren.

Am liebsten möchte ich aber nach Florida und alle Freizeitparks besuchen, Disneyland zum Beispiel oder die Universal Filmstudios. Außerdem scheint dort immer die Sonne, das würde Mum gefallen.

Ja, ich schätze, dass Dad mit uns nach Florida fliegen wird. Das wird unser coolster Urlaub aller Zeiten!

Als ich die Tür zum Klassenzimmer öffnete, wurde ich von Geschrei begrüßt.

»Mehr! Mehr! Mehr!«, riefen alle, aber ich konnte nicht erkennen, wovon sie mehr wollten, weil so viele aufgespannte Regenschirme mir den Blick versperrten.

»Ich schlage vor, dass Sie sich schützen, Mr Kendal.« Mein zweitbester Freund, Gordon, das Superhirn, stand direkt neben der Tür. Über seinem Blazer trug er einen langen, flatterigen Regenponcho aus Plastik. Seinen geliebten Laptop hatte er sich wie üblich mit einer Schnur um den Hals gehängt, wie einen Bauchladen, aus dem man Süßigkeiten verkauft. Doch da das Regencape darüber hing, sah es so aus, als würde er sehr bald ein Kind bekommen.

Gordon ist nicht nur ein schlimmer Alleswisser, sondern auch ein übler Sauberkeitsfanatiker, der wirklich alles Erdenkliche tut, um nicht schmutzig zu werden - aber dieses Outfit hatte ich noch nicht gesehen.

»Was soll das denn?«, fragte ich und deutete auf seinen Poncho.

»Ich musste einen Schutzanzug improvisieren«, erklärte er. »Ich habe einen bestellt, aber der wurde noch nicht geliefert. Es ist ein beschichteter Ganzkörperanzug für höchste Beanspruchungen mit eingebauter Atemmaske. Er schützt vor Anthrax, Sarin und radioaktiver Strahlung. In so einem Ding kann ich drei Stunden lang überleben.«

»Wovor musst du dich denn hier schützen?«

Mit zitterndem Finger deutete Gordon auf die Kinder, die immer noch im Sprechchor riefen.

»Essen! Essen! Essen!« Sie trampelten mit den Füßen und hämmerten mit den Fäusten auf die Tische. Ich sprang auf einen Stuhl, um mir eine bessere Übersicht zu verschaffen.

Freddo und Rooner, der Kapitän der Fußballmannschaft, saßen einander gegenüber und stopften sich Chips in den Mund. Der Boden war übersät mit leeren Chipstüten.

Rooners und Freddos Backen hatten dicke Beulen und ihre Gesichter waren mit fettigen Krümeln paniert.

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Nicht schon wieder ein Chips-Wettessen! Wann gibt Rooner endlich auf? Freddo ist der Chips-Champion. Er tut zwar immer so entspannt, aber in Wirklichkeit ist er der ehrgeizigste Mensch, den ich kenne, wenn es um Wettkämpfe geht.

Freddo leckte sich die Lippen und schluckte schwer. Er packte eine weitere Handvoll Chips und schaufelte sie sich in den Mund.

»Freddo geht in Führung!«, rief Spike.

Rooners Backen blähten sich bedenklich, als er versuchte, die ganzen frittierten Kartoffeln in seinem Mund samt Zusatzstoffen herunterzuschlucken. Sein Gesicht verfärbte sich grünlich.

Gordon flüchtete in die entfernteste Ecke des Klassenzimmers und duckte sich tief in seinen Schutzanzug.

Jemand öffnete eine Packung Chips mit Käse-Zwiebel-Geschmack und hielt sie Rooner unter die Nase. Rooner presste sich die Hand auf den Mund und sah sich mit hervorquellenden Augen hektisch um.

Freddo kaute immer noch, aber es sah nicht gut aus. Sein ganzer Körper wabbelte wie eine ausgeleierte Waschmaschine, während er zu schlucken versuchte.

In diesem Augenblick betrat Mr Pitdown die Klasse.

»Was ist hier los?« Unser Lehrer zupfte am einen Ende seines Schnurrbarts. Alle verstummten. Man konnte nur noch hören, wie Freddo mampfte und Rooner würgte.

Dann hielten die beiden Chips-Gegner inne, schlossen die Augen und standen schließlich reglos da.

»Setzt euch, ich habe etwas Wichtiges zu verkünden.«

Freddo und Rooner rissen gleichzeitig die Augen auf. Ohne Vorwarnung explodierte aus ihren Mündern Chips-Konfetti wie Lava bei einem Vulkanausbruch.

3. KEINER WiLL GEWINNEN

»Was zum …?« Es gibt Wörter, die ein Lehrer nicht sagen darf, sonst wird er sofort entlassen. Leider verstummte Mr Pitdown, bevor er eins dieser Wörter sagen konnte.

»Tut mir leid, Sir«, sagte Rooner. Freddo fegte die Chipskrümel mit den Füßen auf dem Boden herum.

Mr Pitdown befahl Freddo, einen Besen zu holen. Sein Gesichtsausdruck war so versteinert, als hätte er sich in eine Brunnenfigur verwandelt.

»Was für ein enttäuschender Start in den Tag«, sagte er, während er vor der Klasse auf und ab ging. »Dabei habe ich für euch ein aufregendes Quiz mitgebracht. Das ist eure Chance, dieses Jahr bei der Superhirn-Meisterschaft unsere Schule zu repräsentieren!«

Freddo sah mich quer durchs Klassenzimmer an und rollte mit den Augen. Ich rollte ebenfalls mit den Augen. Von uns beiden würde keiner es schaffen, so viel war klar.

»Das Quiz wurde von Mr Biggend und einigen anderen Lehrern erstellt. Die erste Frage stammt von mir, worauf ich sehr stolz bin.« Mr Pitdown streichelte seinen Schnurrbart und lächelte wie eine Schlange.

Ich weiß nicht, ob Schlangen wirklich lächeln können, aber ich wette, dass sie manchmal selbstgefällig aussehen, auch ohne den doofen Schnurrbart.

Der Rest der Klasse murmelte aufgeregt.

Rooner grinste Spike an und sie zeigten sich gegenseitig den hochgereckten Daumen.

Susan Albright spitzte ihren Bleistift.

Keine Ahnung, warum sie meinten, sie hätten eine Chance. Es würde nur einen Sieger geben.

Gordon erhob sich, zog den Regenponcho aus und legte ihn sorgfältig zusammen, bevor er ihn zusammen mit dem Laptop in seine Aktentasche gleiten ließ. Er rückte seinen Stuhl zurecht und legte die Hände flach auf den Tisch. Seine Fingerspitzen tanzten leicht auf der Schreibtischplatte, als bedienten sie eine unsichtbare Tastatur. Gordon war bereit.

»Das ist ein Privileg«, sagte Mr Pitdown, während er zwischen den Tischen herumging und die Bögen mit dem Quiz verteilte.

»Nein, das ist komplette Zeitverschwendung«, zischte ich Freddo zu.

Freddo stocherte sich auf der Suche nach Resten seines Chips-Siegs mit den Fingern im Mund herum. Er war immer noch grün im Gesicht und nicht in der besten Verfassung für ein Quiz. Er konnte nur mies abschneiden.

Das war endlich meine Chance, Freddo in unserem persönlichen Hohlbirnen-Wettkampf zu schlagen, ohne daheim Ärger zu bekommen. Mum und Dad wussten nichts von der beknackten Superhirn-Meisterschaft. Sie würden also nicht enttäuscht sein, wenn ich versagte, da sie ja nicht mal wussten, dass ich an dem Quiz teilgenommen hatte. Es galt: jetzt oder nie! Zum ersten Mal konnte ich es mir leisten, noch weniger Punkte zu machen als Freddo.

»Ihr habt eine Stunde Zeit für die Fragen. Fangt bitte jetzt an!«

Freddo und ich zeigten uns gegenseitig die nach unten gerichteten Daumen. Gleichzeitig zückten wir unsere Stifte und …

Abgespaced! Ich wusste doch tatsächlich die Antwort auf die erste Frage:

Wie LAUTET DER ZWEITE VORNAME VON
JAMES T. KIRK, DEM CAPTAiN VON RAUMSCHIFF
ENTERPRISE IN DER STAR-TREK-SERIE?

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Freddo und ich mochten Star Trek, sowohl die Klassiker als auch die neuen Filme, aber das haben wir Mr Pitdown nie verraten, und wir laufen auch nicht mit Spock-Ohren aus Plastik herum. Die Frage war ein Kinderspiel. Freddo sah zu mir rüber und machte den Vulkanier-Gruß.

Schwungvoll kreuzte er eine der vorgegebenen Lösungsmöglichkeiten an. Die vier Antworten, die wir zur Auswahl hatten, lauteten:

A  TIBERIUS B  TREVOR
C  TREKKIE D  TiMOTHY

Natürlich war die richtige Antwort Tiberius. Aber ich zögerte, ob ich sie ankreuzen sollte.

Diese Gedanken schossen mir dabei durch den Kopf:

1.Wenn ich die richtige Antwort ankreuzte, könnte Mr Pitdown merken, dass ich ein Star Trek-Fan war, und würde sich vielleicht mit mir anfreunden wollen.

2.Wenn ich die falsche Antwort ankreuzte, würden andererseits alle denken, dass ich den zweiten Vornamen meines Helden Captain Kirk nicht kannte.

3.Ich wollte unbedingt weniger Punkte absahnen als Freddo.

Eine der Hirnzellen, die ich von Dad geerbt hatte, meldete sich im entscheidenden Augenblick zu Wort und brachte mich auf eine Idee.

Ich kreuzte an:

A  TIBERIUS

Dann füllte ich den Rest des Fragebogens nach dem Zufallsprinzip aus, ohne überhaupt die Fragen durchzulesen.

Ich wusste, dass versehentlich ein paar richtige Antworten darunter sein würden, aber das machte nichts. Meine Lösung war idiotensicher. Ich würde keinen einzigen Punkt bekommen!

In Mr Pitdowns Notenheft würden neben »Daniel Kendal« keine Punkte stehen, weil er gar nicht wissen würde, welcher Test von mir stammte. Ich schrieb meinen Namen nämlich nicht auf das Blatt.

Endlich würde ich Freddo schlagen und der ultimative Hohlbirnen-Champion sein.

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4. EXPLOSIONS-GEFAHR!

»Was glaubst du, wie schlecht du abgeschnitten hast?«, fragte ich Freddo, als Mr Pitdown uns in die Pause entließ.

»Obermies«, sagte er.

»Ich auch.«

»Ich wette, ich war schlechter«, behauptete Freddo.

»Ich wette, nicht«, sagte ich.

»Ich wette, doch.«

»Um was wetten wir?«, fragte ich herausfordernd.

»Zehn Pfund«, sagte Freddo.

Das war für mich das Taschengeld von fünf Wochen. Für Freddo war es nur das Taschengeld einer Woche.