eBook ISBN 978-3-649-62198-0

© 2015 Coppenrath Verlag GmbH & Co. KG,

Hafenweg 30, 48155 Münster

Alle Rechte vorbehalten, auch auszugsweise

Covergestaltung: Anna Schwarz unter Verwendung von Illustrationen von Sara Vidal

Satz: Sabine Conrad, Rosbach

Redaktion: Valerie Flakowski

Das Buch erscheint unter der ISBN 978-3-649-66770-4.

www.coppenrath.de

Entdecke unseren Bonustitel zur neuen New York Reihe von Katrin Lankers! In „Verrückt nach New York – Tipps & Trends aus der Lifestyle-Metropole“ findet ihr zusätzliche Storys, Tipps, DIY-Anleitungen und Trends rund um die Traummetropole New York. Das eBook erscheint unter der ISBN 978-3-649-62226-0

Band 2: Verrückt nach New York – Kleine Fehler, große Folgen (eBook: 978-3-649-62199-7 / Buch: 978-3-649-61759-4)

Band 3: Verrückt nach New York – erscheint im Herbst 2015 (eBook: 978-3-649-66776-6 / Buch: 978-3-649-61788-4)

Band 4: Verrückt nach New York – erscheint im Herbst 2015 (eBook: 978-3-649-66777-3 / Buch: 978-3-649-61776-1)

 

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COPPENRATH


Danke

Ich danke meiner wunderbaren Agentin Michaela Hanauer-Dietmaier, die mich ermutigt hat, mich an dieser Serie zu probieren, die mich von der ersten Idee an begleitet und um einige sehr verrückte Ideen bereichert hat und die immer für mich da ist, wenn es mal wieder hakt.

Valerie Flakowski ist mir eine fantastische Lektorin, der ich für ihre Begeisterung für Maxis Geschichte gar nicht genug danken kann. Auch Kiki Klinkert hat sich ein dickes Dankeschön für ihre kreative Unterstützung für diese Buchreihe verdient. Ich ernenne dich hiermit zu meiner persönlichen Bastel-Queen! Außerdem möchte ich dem gesamten Coppenrath-Team für die tolle Zusammenarbeit danken.

Wie immer das größte Dankeschön von allen an meine Mutter Iris Schürmann-Mock, der es immer wieder gelingt, das Wirrwarr in meinem Kopf zu entknoten, und die auch hilft, wenn das ganz normale Lebenswirrwarr droht mich am Schreiben zu hindern. Gleiches gilt für meinen Mann Daniel, der jede Geschichte von mir liest, obwohl er definitiv nicht zur Zielgruppe gehört.

Ein besonderer Dank gilt meiner Freundin Nicole Giese, die mindestens ebenso verrückt nach New York ist wie ich. Ohne dich hätte dieses Buch vermutlich in New Hersel spielen müssen. Und, hey, wir hatten eine wirklich geniale Zeit und ich bestehe auf eine Wiederholung!

Um wichtige Entscheidungen zu treffen, brauche ich immer drei gute Gründe. Und ich hatte drei sehr gute Gründe dafür, nach New York zu gehen. Dachte ich.

Jetzt, am Ende, stellt sich heraus, dass New York die beste Entscheidung meines Lebens war. Nur die Gründe waren alle drei absolut falsch!

Eure Maxi

Kapitel 1

Nicht schon wieder! Mit einem abgrundtiefen Seufzen wälzte ich mich auf die andere Bettseite und ließ die Zeitanzeige meines Handys aufleuchten. Weit nach Mitternacht. Meine Augen brannten vor Müdigkeit und mein ganzer Körper fühlte sich bleiern vom Jetlag, aber an Schlaf war nicht zu denken. Und das lag nicht daran, dass ich noch zu aufgewühlt von der Reise gewesen wäre oder zu aufgeregt, weil ich morgen meinen ersten Arbeitstag vor mir hatte. Nein, das lag ausschließlich an den Geräuschen auf der anderen Seite der dünnen Sperrholzwand direkt neben mir.

Es begann mit einem unterdrückten Kichern. Dann folgten Flüstern und Wispern – unfassbar, wie laut manche Menschen flüstern können! Schließlich ging es in rhythmisches Stöhnen (von ihm) und vereinzelte spitze Schreie (von ihr) über, untermalt von immer schneller werdendem Quietschen des gequälten Bettgestells. Und das jetzt schon zum dritten Mal im Verlauf der letzten zwei Stunden. Bekamen die denn nie genug?

Ich zog mir das Kissen über den Kopf, aber auch die klumpigen Daunen konnten die unmissverständlichen Laute aus dem Nebenzimmer nur unzureichend dämpfen. Genervt feuerte ich das Kissen in die Ecke und knipste die Nachttischlampe an. Das hätte ich besser gelassen! Im matten Lichtschein wurde mir die ganze Erbärmlichkeit meiner neuen Unterkunft erneut so richtig bewusst.

Ein behagliches Nest im pulsierenden Herzen von Manhattan, so stand es in der Zimmerbeschreibung der Onlineagentur, bei der ich von Deutschland aus gebucht hatte. Knapp 800 Dollar kostete es im Monat, ein Batzen Geld, aber bei den immens hohen New Yorker Wohnungspreisen quasi ein Schnäppchen. Zumindest glaubte ich das, bis ich das »behagliche Nest« heute zum ersten Mal gesehen hatte.

Bett, Nachttisch und eine wackelige Kleiderstange waren die einzigen Möbelstücke, mit denen der Raum bereits an seine Auslastungsgrenze stieß. Mein aufgeklappter Koffer füllte die verbliebene Bodenfläche, bislang hatte ich es nicht über mich gebracht, meine Sachen auszupacken. Ein muffiger Geruch erfüllte den stickigen Raum, was kein Wunder war, denn er besaß kein Fenster.

Diese Unterkunft war nicht nur weit davon entfernt, »behaglich« oder ein »Nest« zu sein, im Grunde war sie sogar weit davon entfernt, ein Zimmer zu sein! Eine Abstellkammer, das traf es am ehesten. Nur durch eine Sperrholzplatte vom Schlafzimmer der Vermieter getrennt, was der Erbärmlichkeit des Ganzen zusätzlich eine akustische Dimension verlieh.

Ich brauchte Gummibärchen – jetzt sofort! Und zwar grüne, denn die beruhigen die Nerven. Ich durchwühlte das Beuteltier, meine Vintagetasche, bis meine Hand auf eine zerknitterte Haribo-Tüte stieß. Doch nach dem stressigen Reisetag waren keine grünen Bären mehr da. Gequirlter Mist! Dann mussten es halt die orangefarbenen Stimmungsaufheller tun! Fünf waren noch in der Packung. Ich stopfte sie alle in den Mund und kaute langsam mit geschlossenen Augen, aber meine miese Laune besserte sich davon nicht, vermutlich weil die Störgeräusche aus dem Nebenzimmer jetzt auf ihren Höhepunkt zusteuerten. Quietsch, quietsch … stöhn, stöhn … quietsch, quietsch … Das war ja nicht zum Aushalten!

Im Fluchtreflex schwang ich die Beine über die Bettkante und bemerkte meinen Fehler erst, als meine Zehen den Boden berührten, der eine Oberflächenhaftung wie Sekundenkleber hatte. Bäh! Ich schlüpfte in meine Socken, nahm meine Brille vom Nachttisch und schob sie auf die Nase. Bloß raus hier! Am Koffer vorbei quetschte ich mich aus der Abstellkammer, durch einen winzigen Flur in die Küche.

Aber auch dort: ein Schauplatz des Grauens. Dreckiges Geschirr stapelte sich in der Spüle, leere Flaschen auf der Arbeitsplatte, Teller mit Speiseresten auf dem Küchentisch. Als ich mich müde auf einen der Stühle fallen ließ, huschte etwas neben mir über die Resopalplatte. Nur mit Mühe konnte ich ein Kreischen unterdrücken.

War das etwa eine Küchenschabe? Vermutlich! Die New Yorker Kakerlaken waren ja angeblich überall, wo es etwas Essbares zu finden gab – und diese Küche musste für die ekligen Insekten das reinste Schlaraffenland sein. BÄH! Schaudernd rieb ich über meine nackten Oberarme, zu müde, um weiter an Flucht zu denken. Wenigstens lag die Küche weit genug vom Schlafzimmer entfernt, sodass ich nicht mehr mit anhören musste, wie dort das Bett gequält wurde.

»Besser Küchenschaben als Bettwanzen«, versuchte ich mich selbst aufzumuntern und der treffende Spitzname für meine hormongesteuerten Vermieter entlockte mir ein Kichern. Ein ziemlich hysterisches Kichern, wie ich mir eingestehen musste. Die Ellbogen auf die Tischplatte gestützt, ließ ich meine Stirn in die Handflächen sinken und lauschte dem steten Rauschen des Verkehrs und dem fernen Sirenengeheul vor dem Fenster.

Das war New York. ICH war in New York! Leider empfand ich darüber gerade keinerlei Begeisterung. Im Gegenteil: Meine Brust fühlte sich plötzlich eng an, meine Augen brannten stärker, nicht nur vor Müdigkeit, und in meinem Kopf tauchte das Bild einer anderen Küche auf – unserer Küche daheim – und mittendrin Omama, die Kakao kocht. Na toll, ich war gerade einmal vierundzwanzig Stunden von zu Hause weg und schon überkam mich Heimweh. So hatte ich mir das aber nicht vorgestellt!

Dabei war bisher alles nach Plan gelaufen! Der Flieger hatte keine Verspätung, der Zollbeamte ignorierte meinen gigantischen Koffer, in dem ich problemlos ein Zwergpony hätte schmuggeln können, und der verkniffene Typ an der Passkontrolle winkte mich gelangweilt durch, nachdem ich brav meine Fingerabdrücke und einen Iris-Scan hinterlassen hatte.

Und dann die Stadt selbst! Ich hatte ja noch nicht viel davon gesehen, aber mein erster Eindruck war noch viel atemberaubender, als ich es mir vorgestellt hatte: überall Hochhäuser, die geradewegs in den Himmel zu wachsen schienen, auf den Straßen ein Verkehrsinfarkt aus hupenden gelben Taxis und Bussen, zwischen denen sich ein paar selbstmörderische Radfahrer hindurchschlängelten, und Menschen, überall Menschen aller Nationalitäten, die im Laufschritt mit Handys, Kaffeebechern und Aktenkoffern jonglierend durcheinanderrannten, als würden sie einer ausgefeilten, geheimen Choreografie folgen. Es war laut, schnell und unfassbar groß – einfach großartig!

Wenn man also von der unbedeutenden Tatsache absah, dass ich im vermutlich dreckigsten, fiesesten Appartement der ganzen Stadt gelandet war, lief alles genau nach Plan! Das war eigentlich beruhigend, denn ich machte für alles Pläne. Nur ein einziger davon hatte bisher nicht funktioniert – wegen Jens, dem emotionalen Analphabeten! – und dieser Fehlschlag hatte sich am Ende als glücklicher Zufall entpuppt, denn mein Plan B war viel besser als Plan A.

Plan A war gewesen, nach dem Abi mit Jens Journalistik zu studieren. Dann machte er jedoch mit mir Schluss, angeblich weil seine Neue nicht so verkopft war wie ich. Ich vermutete aber eher, dass es mit den drei Körbchengrößen mehr zu tun hatte, die unterhalb ihres Kopfes hingen. Mit Jens an derselben Uni zu studieren, kam danach für mich nicht mehr infrage. Aber leider waren die Bewerbungsfristen an sämtlichen Unis bereits abgelaufen! Und ich hatte mich nur an einer einzigen zusammen mit Jens beworben. Das war erstens sehr untypisch für mich und zweitens saublöd, wie mir später klar geworden war.

Doch dann erhielt meine Omama von einer Bekannten aus New York den Tipp, ich sollte mich bei dem aufstrebenden Magazin Zeitgeist bewerben. Was ich tat. Das war Plan B – und er ging auf! Anstatt mit meinem Ex an einer tristen deutschen Uni zu studieren, würde ich bei einem Lifestyle-Magazin in der Weltmetropole arbeiten – zunächst zwar nur für einen unbezahlten Probemonat, aber der Chefredakteur Leonard Frey hatte mir bei meiner Bewerbung anschließend ein bezahltes Jahrespraktikum in Aussicht gestellt. Das war genau die Zeit, die ich überbrücken musste, bis ich mit dem Studium an einer anderen Uni beginnen konnte. Und ich hatte keinen Zweifel, dass ich es schaffen würde, dieses Jahrespraktikum zu bekommen.

Dieser tolle Job und mehr als 6000 Kilometer, die mich von dem emotionalen Analphabeten trennten, waren zwei gute Gründe, nach New York zu gehen. Und natürlich hatte ich noch einen dritten, denn für wichtige Entscheidungen brauche ich immer drei gute Gründe. Dieser dritte war eine in winzige Fitzel zerrissene und mit Tesafilm wieder zusammengeklebte Postkarte, die ganz unten in meinem Koffer lag. Was ich damit anfangen würde, wusste ich noch nicht, aber ich würde mir etwas einfallen lassen.

So bin ich: Ich nehme die Dinge gern selbst in die Hand. Und ich bin überzeugt davon, dass ich alles erreichen kann, wenn ich mich nur genug anstrenge. Ob ich es allerdings schaffen würde, in diesem Appartement einen ganzen Monat lang zu wohnen, ohne Herpes oder womöglich etwas Schlimmeres zu bekommen, dessen war ich mir keineswegs sicher! Aber darüber würde ich morgen nachdenken. Jetzt war ich einfach zu müde … Ein verhaltenes Räuspern, gefolgt von einem schleimigen Röcheln riss mich aus dem Schlaf. Mühsam hob ich den Kopf von der Tischplatte, was ein schmatzendes Geräusch verursachte. Bäh! Angeekelt wischte ich mir über die Stirn und rückte meine verrutschte Brille zurecht. War ich etwa mitten in diesem Dreck eingeschlafen? Offensichtlich! Und was hatten die Küchenschaben getrieben, während mein Kopf zwischen ihrem Festmahl geruht hatte? BÄH!

»Morgen«, brummelte mein Vermieter und kratzte sich ausgiebig im Schritt, der nur mit einer ausgeleierten Boxershorts verhüllt war. Wie hieß er noch mal? Brian, Brendan, Bernard …? Mit Namen war ich gar nicht gut und seinen hatte ich spontan wieder vergessen. Also beschloss ich, ihn Mr Bettwanze zu taufen. Ergeben erwiderte ich seine Begrüßung und wandte den Blick dann so schnell wie möglich ab, denn mit seiner wabbeligen weißen Wampe bot er im hellen Licht, das durch das dreckige Fenster fiel, keinen allzu erfreulichen Anblick. Moment … Sonnenlicht?

»Wie spät ist es?« Hektisch sprang ich vom Stuhl auf und suchte nach einer Möglichkeit, mich an der fetten Wampe vorbei zur Tür zu schieben, ohne ihr dabei zu nahe zu kommen. Ein aussichtsloses Unterfangen!

»Bleib cool. Noch nicht neun. Willste Kaffee?« Mr Bettwanze packte meinen Arm und versuchte, mich auf den Stuhl zurückzuschieben, aber ich schaffte es, mich loszumachen. Fast neun Uhr! Panisch stürzte ich aus der Küche und in die Abstellkammer, wo ich als Erstes über meinen Koffer stolperte, mit dem Knie das Nachtschränkchen rammte und dann unsanft auf dem Bett landete. Mein Handy fiel zu Boden, hörte aber nicht auf, monoton zu piepen. Das tat es jetzt vermutlich seit fast zwei Stunden.

Miiiiiiist! In zehn Minuten begann mein erster Arbeitstag bei Zeitgeist. Ich würde zu spät kommen. Aber so was von zu spät! Dabei hatte ich einen perfekten Plan für diesen Morgen gehabt. Ich hatte den Handyalarm extra früh eingestellt, um genug Zeit fürs Styling zu haben. Ich hatte mir sogar überlegt, was ich anziehen würde. Und auf dem Weg zur U-Bahn wollte ich mir einen Kaffee holen.

Aber jetzt würde ich nichts davon schaffen und trotzdem nicht pünktlich bei meinem neuen Job erscheinen. Selbst wenn ich aufs Schminken verzichtete. Selbst wenn ich auf meinen morgendlichen Kaffee verzichtete, was eigentlich unvorstellbar war. Selbst wenn ich mich in die Redaktion beamen könnte, würde ich zu spät kommen, denn ich musste mir ja wenigstens noch etwas Frisches anziehen. Obwohl das eigentlich egal war, denn ich würde auf jeden Fall einen miesen ersten Eindruck hinterlassen. Und das war natürlich das Letzte, was ich wollte.

Doch allmählich beschlich mich das unangenehme Gefühl, dass in New York nicht immer alles nach Plan lief. Zumindest nicht nach meinem Plan. Aber das durfte ich nicht zulassen! Ich konnte unmöglich in einem Appartement bleiben, wo mich hormongesteuerte Bettwanzen um den Schlaf brachten und ich riskierte, jede Nacht völlig übermüdet am Küchentisch einzuschlafen, sodass ich am nächsten Morgen zu spät zur Arbeit kam. Ganz zu schweigen von den Küchenschaben, die mir dabei Gesellschaft leisteten. Wieder schüttelte ich mich bei dem Gedanken. BÄH!!! Und dann Mr Bettwanze mit der weißen Wampe, der mich einfach am Arm gepackt hatte, um mir Kaffee aufzunötigen – nicht auszudenken, was ihm als Nächstes einfallen würde. Womöglich standen die Bettwanzen auf flotte Dreier … Stopp! Maxi, deine Fantasie geht mit dir durch!

Trotzdem! Die Wohnsituation war unhaltbar. Ein neuer Plan musste her. Und der lautete: Heute Abend würde ich in einem anderen Bett schlafen als diesem. Der Gedanke erfüllte mich mit neuer Energie. Eilig streifte ich mir ein paar frische Klamotten über und stopfte alles andere zurück in meinen Koffer. Mit Gewalt manövrierte ich das Ungetüm schließlich durch den Flur, winkte Mr und Mrs Bettwanze zu, die sich nun beide halbnackt in der Küche versammelt hatten und mir erstaunt hinterherschauten, und polterte zur Wohnungstür hinaus.

Erst als ich mit dem Riesenkoffer auf der Straße stand wie ein lebendes Verkehrshindernis, um das die hektischen New Yorker einen weiten Bogen machten, wurde mir bewusst, dass mein toller Plan ziemlich vage war: Ich hatte keine Ahnung, wie ich es schaffen sollte, bis zum Abend ein neues Zimmer zu finden.

Kapitel 2

Meine hohen Absätze klackerten energisch über das abgeschabte Parkett. Zumindest hoffte ich, dass es energisch klang und nicht so nervös, wie ich mich fühlte. Wie befürchtet war ich mit mehr als einer Stunde Verspätung in der Redaktion von Zeitgeist eingetroffen – die New Yorker Subway war ein Dschungel und der U-Bahn-Plan glich einem abstrakten Gemälde! Zuerst war ich in die falsche Richtung gefahren und dann, als ich meinen Fehler bemerkt hatte, in einen Express-Zug gestiegen, der nicht an allen Stationen hielt, sodass ich weit über mein Ziel hinausgeschossen war. Dass ich einen Koffer hinter mir herzog, der mindestens so viel wog wie ein Zwergpony, hatte auch nicht dazu beigetragen, dass ich schneller vorankam.

Viereinhalb wertvolle Minuten hatte ich zudem damit vergeudet, mir an einem Stand am Straßenrand einen Kaffee zum Mitnehmen zu kaufen. Koffein schien das Lebenselixier der New Yorker zu sein, jeder zweite rannte mit einem Pappbecher herum, aus dem Dampfwölkchen aufstiegen. Allerdings kauften echte New Yorker ihren Kaffee offenbar woanders, denn die Plörre in meinem Pappbecher schmeckte, als hätte man das heiße Wasser nur kurz am Kaffeefilter vorbeigetragen. Ungenießbar!

Weil ich auf dem ganzen Weg von der Bahnstation bis zur Redaktion keinen Mülleimer entdeckt hatte, balancierte ich nun den fast vollen Becher in der linken Hand, während ich mit der rechten meinen Koffer hinter mir herzerrte, denn in dem winzigen Büro der Redaktionssekretärin war kein Platz gewesen, um ihn zu parken. Hätte ich eine dritte Hand gehabt, hätte ich damit gern den verknitterten Stoff meines Rockes glatt gestrichen, aber so musste ich mich damit begnügen, ihn böse anzustarren.

Bei dem Versuch, den katastrophalen ersten Eindruck durch einen phänomenalen zweiten wettzumachen, hatte ich mich spontan für meine schicksten Klamotten entschieden. Jetzt fragte ich mich allerdings, ob der graue Bleistiftrock und der perlenbesetzte Blazer nicht übertrieben waren. Das Büro war weit weniger stylish, als ich es mir bei einem Lifestyle-Magazin vorgestellt hatte.

Es befand sich am oberen Ende des Broadways und ich hatte Glitzer und Glamour erwartet. Doch auf der Upper West Side war der berühmte Broadway einfach eine vierspurige, viel befahrene und von Supermärkten und Handyläden gesäumte Straße ohne jeden Glanz. Auch das Gebäude selbst war unscheinbar, das Redaktionsbüro im dritten Stock eng und mit Aktenregalen vollgestopft.

»Hier entlang.« Die Sekretärin, deren Namen ich sofort wieder vergessen hatte, sprach langsam und mit einem breiten amerikanischen Akzent. Überhaupt schien alles an ihr breit und bequem zu sein, vom geblümten Halstuch über die ausladenden Hüften, die in einer Jogginghose steckten, bis hin zu den Öko-Latschen an den Füßen. Stil war definitiv etwas anderes! Aber ihr natürlich ebenfalls breites Lächeln war mir auf Anhieb sympathisch.

Die Sitzfalten in meinem Rock ließen sich von meinen bösen Blicken nicht beeindrucken, dafür fing nun auch noch mein Brillengestell an, langsam von der Nase zu gleiten. Es rutscht ständig, was vermutlich daran liegt, dass meine viel zu lange Nase abschüssig ist wie eine Skipiste. Vielleicht wehrt die Nase sich auf diese Weise aber auch gegen die Brille, die ich eigentlich gar nicht brauche – in der breiten Fassung befindet sich bloß Fensterglas –, die ich aber immer trage, um meine Maxi-Nase dahinter zu verstecken. Ich spreizte den Daumen vom Kaffeebecher ab und beförderte die Brille damit wieder an ihren Platz.

»Da ist es. Die Höhle des Löwen.« Ohne anzuklopfen, stieß die Sekretärin eine Tür zur Linken auf, steckte ihren Kopf hinein und verkündete: »Leo, hier ist die Nummer zwei.«

Die Nummer zwei, wunderte ich mich. Was sollte das denn heißen? Doch bevor ich den Gedanken vertiefen konnte, war von drinnen ein unverständliches Brummeln zu hören, und dann tauchte der Sekretärinnenkopf wieder auf und erklärte: »Er erwartet dich. Möchtest du einen Kaffee?«

»Äh, nein danke.« Ich hob meinen Pappbecher hoch und ärgerte mich im selben Moment. Zwar war der Kaffee in der Lokalredaktion, in der ich bisher als freie Mitarbeiterin gejobbt hatte, grauenhaft gewesen, aber vielleicht schmeckte er bei einem amerikanischen Lifestyle-Magazin ja besser. Nun war es zu spät. Die Sekretärin machte sich auf den Rückweg den langen Korridor entlang und ich wandte mich der Tür zu. Die Höhle des Löwen … hoffentlich war das nicht wörtlich gemeint!

»Maxi, schön dich kennenzulernen.« Mit ausgestrecktem Arm kam Leonard Frey, Chefredakteur von Zeitgeist, hinter einem wuchtigen Schreibtisch hervor, auf dem sich sämtliche Papierstapel in bedenklicher Schieflage befanden. Mit seiner silbergrauen Mähne erinnerte er tatsächlich ein bisschen an einen Löwen, und wenn er zu lächeln versuchte, wirkte das in etwa so vertrauenerweckend, als würde ein Raubtier die Zähne blecken. Doch die runde Intellektuellenbrille zusammen mit dem runden Bauch milderte den Eindruck ein wenig. Ich stellte den Koffer ab und ergriff seine Pranke, mit der er meine Hand so stürmisch schüttelte, dass ein paar Tropfen Kaffee aus dem Becher spritzten. Irritiert musterte er mein Gepäckstück, ging aber nicht weiter darauf ein.

»Ich freue mich auch, Mr Frey.« Den Namen des Chefredakteurs hatte ich mir extra gut eingeprägt, genau wie die wenigen Daten, die ich auf der Homepage des Magazins über ihn gefunden hatte: Leonard Frey war 43 Jahre alt und bereits der dritte Frey auf dem Chefsessel von Zeitgeist. Sein Großvater, ein deutscher Exilant, hatte das Magazin in den Dreißigerjahren gegründet, nach ihm hatte es sein Sohn, Leonards Vater, geführt und dann hatte Leonard Frey es vor knapp zwei Jahren übernommen und vollständig relauncht, um aus einem Exilantenblatt, dem die Leser wegstarben, eine neue Trendzeitung für New Yorker zu machen, die sich für kulturelle und kulinarische Insidertipps ebenso interessierten wie für sozialkritische Storys und Interviews mit ungewöhnlichen Zeitgenossen. Somit bot Zeitgeist genau das, was mich journalistisch begeisterte. Trotzdem wäre ich von allein nie auf die Idee gekommen, mich dort zu bewerben.

Im Grunde konnte ich Jens, dem emotionalen Analphabeten, sogar dankbar sein, denn die Zusage von Zeitgeist war mir nach diesem Desaster wie ein Wink des Schicksals erschienen – auch wenn ich an das Schicksal eigentlich nicht glaubte. Aber hier war ich nun!

»Nenn mich Leo, das machen alle so.« Leonard Frey schüttelte seine Löwenmähne und zeigte wieder sein Raubtiergebiss. Leo, wie passend! Wer mit diesem Aussehen so hieß, brauchte sich über einen passenden Spitznamen jedenfalls keine Gedanken mehr zu machen.

»Sorry, dass ich zu spät komme«, entschuldigte ich mich, aber er winkte bloß ab.

»Schon gut, schon gut. New York ist so schnell, aber man braucht immer länger, als man glaubt. Du wirst dich bald daran gewöhnen und dann hoffentlich pünktlich sein.«

War das jetzt eine versteckte Kritik? Ich setzte ein selbstsicheres Strahlen auf, was meine Unsicherheit hoffentlich ausreichend verbarg.

»Auf jeden Fall.«

»Gut, nimm bitte Platz. Wir haben schon mal angefangen, das wirst du sicher verstehen.«

Wir? Erst als ich mich nach einer Sitzgelegenheit umblickte, bemerkte ich, dass ich mit dem Chefredakteur nicht allein im Raum war. Auf einem der beiden Lederstühle vor dem antiken Schreibtisch saß ein Typ in meinem Alter, vielleicht etwas älter, mit lässig übereinandergeschlagenen Beinen, einem Zahnpasta-Werbe-Grinsen und einer Haartolle, angesichts derer Elvis Presley vor Neid erblasst wäre. Allerdings waren seine Haare blond und nicht braun wie die des King of Rock.

»Hi, ich bin Chris.« Der blonde Elvis-Verschnitt streckte mir ebenfalls auffordernd die Hand hin, und so blieb mir nichts anderes übrig, als sie zu schütteln, bevor ich mich neben ihn in den freien Stuhl fallen ließ. Wieder schwappte etwas Kaffee aus dem Becher, und ich hätte ihn gern auf dem Schreibtisch abgestellt, aber der war bis zum letzten Quadratzentimeter mit Papieren bedeckt, und ich wollte nicht riskieren, darauf einen braunen Ring zu hinterlassen. Also behielt ich den Becher lieber in der Hand.

Okay, was wollte die Powerlocke hier? Meine Gedanken rasten, während der Typ völlig relaxt im Stuhl lehnte. Auf seine etwas zu hohe Stirn schienen die Worte jung, dynamisch, erfolgreich in Großbuchstaben tätowiert zu sein – drei Adjektive, mit denen ich mich bestens auskannte, da ich mich selbst gerne so beschrieb. Deshalb hatte ich auch gute Antennen dafür, wenn jemand versuchte, mir in die Quere zu kommen. Und Chris Elvis Powerlocke war ganz offensichtlich ein fleischgewordenes Karrierehindernis.

»Christopher fängt heute sein Praktikum bei uns an, genau wie du«, bestätigte Leo Frey meinen Verdacht, sobald er es sich wieder hinter seinem Schreibtisch bequem gemacht hatte. »Er hat an der Columbia studiert.« Ein zweiter Praktikant also. Noch dazu einer mit Nobeluni-Abschluss. Na, das waren ja tolle Neuigkeiten!

»Maxi kommt aus Deutschland«, erklärte Leo in Chris’ Richtung – er sagte Deutschland auf Deutsch, und seinem schweren Akzent war anzuhören, dass er die Sprache seines Großvaters nur unzureichend beherrschte. Ich war froh, dass ich wenigstens mit meinen Englischkenntnissen bisher keine Probleme hatte, immerhin hatte ich ein zweisprachiges Abi gemacht, und zwar gar kein schlechtes! Außerdem hatte ich als Vorbereitung den ganzen Sommer lang englische Bücher gelesen. Ich konnte nur hoffen, dass das ausreichen würde, um es mit Mr Columbia-Abschluss aufzunehmen.

»Ihr werdet unsere Redaktion beide für einen Monat verstärken«, fuhr Leo fort. »Wie ich euch bereits mitgeteilt habe, ist im Anschluss eine Stelle als Jahrespraktikant bei uns zu besetzen. Wir wollen die nächsten vier Wochen nutzen, um zu sehen, wer von euch beiden ideal geeignet ist, um diesen Job zu übernehmen.« Leo strich sich mit gespreizten Fingern durch seine Löwenmähne und betrachtete uns aufmerksam. Mein Lächeln begann langsam in den Wangenmuskeln zu schmerzen. Chris schien solche Probleme nicht zu kennen, sein selbstzufriedener Gesichtsausdruck musste ein Gendefekt sein.

»Ich werde mein Möglichstes tun«, warf er ein und lehnte sich in seinem Sessel vor, als wollte er sofort aufspringen und damit anfangen.

»Ich natürlich auch«, schob ich schnell hinterher, leider war mir klar, dass es nicht so gut ankam, wenn man es als Zweiter sagte. Allmählich fing ich an, mich zu ärgern. Vor allem über mich selbst. Natürlich hätte ich mir denken können, dass man mir den Job nicht auf einem Silbertablett servieren würde, aber dass man mir einen Mitbewerber vor die Nase setzte, noch dazu einen so gestriegelten, damit hatte ich wirklich nicht gerechnet.

»Ja, davon gehe ich aus«, winkte Leo ab. »Es kommt aber nicht nur auf euer Engagement und eure journalistische Arbeit an, die selbstverständlich auch eine wichtige Rolle bei unserer Entscheidung spielen werden, sondern ebenso darauf, wie gut ihr in unser Team passt.«

Großartig, dafür war ich ja genau die Richtige! Nicht dass es mir an Engagement oder journalistischer Begabung fehlen würde. Aber wenn jemand den Prototyp eines Teamplayers hätte zeigen wollen, hätte er ganz sicher nicht mein Foto dafür ausgewählt. Ich tat mich gelinde gesagt etwas schwer mit Teamwork. Dieses ewige Wir-könnten-doch-auch oder Sollen-wir-nicht-besser ging mir schon zu Schulzeiten derart auf die Nerven, dass ich mir, wenn Gruppenarbeiten anstanden, immer die unbeliebtesten Themen heraussuchte, um diese dann allein bearbeiten zu können.

»Was wir von euch erwarten, ist Folgendes«, riss Leo mich aus meinen unerquicklichen Gedanken. »Wir sind dabei, das Internet-Angebot unseres Magazins auszubauen. Uns geht es darum, vor allem die jüngere Zielgruppe für Zeitgeist zu gewinnen, und wir denken, dass das online am besten möglich ist. Eure Aufgabe wird es deshalb sein, neben der regulären Redaktionsarbeit jeder einen Blog zu führen, für das ihr täglich Beiträge verfasst. Wir hoffen, damit die avisierte Zielgruppe, die genau euer Alter hat, stärker anzusprechen und diese längerfristig an das Online-Angebot unserer Zeitschrift zu binden.«

Einen Blog, aha. Was wusste ich über Blogs? Um ehrlich zu sein: nicht viel! Bisher hatte ich diese Online-Tagebücher immer für den Seelenstriptease unterbeschäftigter Teenager und Hausfrauen gehalten. Wer wollte denn bitte so etwas lesen? Ich jedenfalls nicht! Und nun sollte ich selbst einen schreiben, noch dazu mit dem Ziel, »die avisierte Zielgruppe längerfristig zu binden« – vielen Dank! Garantiert würde Leo Frey die Klicks auf unseren Blogs überprüfen, um ein messbares Ergebnis unseres Erfolgs – oder Misserfolgs – in der Hand zu halten. Langsam fragte ich mich, welche unangenehmen Überraschungen dieser Tag noch für mich bereithielt.

»Eine spannende Idee und eine Herausforderung, wie ich sie liebe«, bemerkte Chris in diesem Moment. Die Powerlocke war also auch noch ein Phrasendrescher – na, das war zumindest keine große Überraschung. Aber ich bekam immer stärker das Gefühl, dass dieses Gespräch an mir vorbeilief, und das gefiel mir gar nicht!

»Interessant«, fügte ich schnell hinzu und sortierte meine entgleisten Gesichtszüge. »Und worum soll es in diesem Blog gehen?« Ich fand meine Frage gar nicht so unprofessionell, aber Leo Frey grinste mich mit seinem Raubtiergebiss etwas spöttisch an.

»Das, meine liebe Maxi, möchte ich ganz eurer eigenen Fantasie und Kreativität überlassen«, erklärte er gönnerhaft. »Ich schlage vor, ihr nutzt den heutigen Tag sowie das Wochenende für ein erstes Brainstorming. Am Montagmorgen treffen wir uns pünktlich um neun Uhr wieder in meinem Büro und ihr präsentiert mir eure Vorschläge.« Die Worte »pünktlich um neun« betonte Leo mit einem Blick in meine Richtung, dann wuchtete er sich aus seinem Sessel und deutete zur Tür. »Jetzt zeige ich euch erst mal eure Schreibtische, damit ihr endlich loslegen könnt.«

Chris war bereits aufgesprungen und griff nach seiner schmalen Ledertasche und einem Cordsakko, das er neben dem Stuhl deponiert hatte. Ein Cordsakko – wer trug denn bitte heutzutage noch so etwas? Aber vielleicht war das bei Powerlocken und Phrasendreschern ja derzeit angesagt. Eilig sammelte ich mein Beuteltier vom Boden auf, doch Chris schien es noch eiliger zu haben und schob sich an mir und meinem Zwergpony-Koffer vorbei, um als Erster bei Leo Frey an der Tür zu sein.

Dummerweise erwischte er mich dabei an der Schulter. Und leider, leider hatte ich in der linken Hand ja immer noch den randvollen Kaffeebecher. Und leider, leider ergoss sich ein brauner Strahl über Chris’ beigefarbenes Cordsakko, als er mich anrempelte.

»Ups!«, sagte ich.

»Hey«, motzte Chris. »Pass doch auf.«

»Das tut mir echt leid. Entschuldige.«

»Schon gut.« Hektisch wischte Chris über sein Sakko, aber der Kaffee war längst eingezogen, Cord saugt gut. Und ich wusste endlich, wofür dieser schauderhafte Kaffee zu gebrauchen war. Tja, Powerlocke, da guckst du! Ein kleines Triumphgefühl stellte sich ein.

Leo Frey lehnte mit verschränkten Armen im Türrahmen und beobachtete uns, die Augen hinter seiner runden Brille zu schmalen Schlitzen zusammengekniffen und den Mund missbilligend verzogen. Teamwork, fiel mir siedend heiß ein. Das war für Leo das A und O – und ich hatte mich gerade verhalten wie ein Hahn im Ring, der auf seinen Gegner einhackt. Mein Triumph schmeckte augenblicklich schal.

»Können wir dann?« Leo hielt die Tür auf, und Chris marschierte hinaus, ohne mich eines weiteren Blickes zu würdigen. Ich beeilte mich, ihm zu folgen, die Augen in seinen Rücken gebohrt, um meinen neuen Chef nicht anschauen zu müssen.

Ohne dass ich in irgendeiner Weise davon Notiz genommen hätte, verstarb wenige Tage vor meiner Ankunft in New York eine alte Dame, die ich nicht gekannt hatte. Die Pink Lady wurde 93 Jahre alt. Eines Abends schlief sie friedlich in ihrem Ohrensessel ein und wachte am nächsten Morgen einfach nicht mehr auf, so wie sie es sich immer gewünscht hatte.

Sie hinterließ ihrem ungeliebten Neffen und einzigen Erben ein Haus, außerdem ein Testament, von dem niemand etwas wusste, sowie eine rot gescheckte Katze, die in der Nacht, als die alte Dame starb, aus dem Haus lief und fortan verschwunden blieb.

Dieser nicht gänzlich unerwartete, aber doch plötzliche Todesfall setzte alle weiteren Ereignisse in Gang.