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Ebenfalls im
Coppenrath Verlag
als eBook erschienen:

Dienstag, 14. Januar, Stadtklinikum Süd

Es ist kurz nach elf, als er die Innere betritt. Visite. Der Flur ist wie ausgestorben, das Schwesternzimmer ebenfalls. Niemand wird ihn stören. Zielstrebig öffnet er die dritte Schublade von unten, nimmt den Schlüssel an sich und schließt den Medikamentenschrank auf.

Im selben Moment vibriert das Handy in seiner Kitteltasche. Verdammt! Dass die nicht mal fünf Minuten ohne ihn zurechtkommen!

Mit fahrigen Fingern zieht er es hervor, wirft einen Blick aufs Display, schüttelt den Kopf, zögert und drückt schließlich die Verbindungstaste. »Ja, bitte ...?« Er stutzt. »Was, du? Herrgott noch mal, hab ich dir nicht gesagt, dass du mich während meiner Dienstzeiten nicht mehr anrufen sollst?«

Mit der anderen Hand schiebt er die Medikamentenschachteln hin und her.

»Nein, es geht Rebecca nicht gut und es wird ihr auch nicht ... Wie bitte, was hast du? ... Ein Unfall? Und wo? ... Aha, aha ...«

Er findet, was er sucht, nimmt drei Ampullen heraus, stellt die alte Ordnung wieder her und schließt den Schrank.

»Also gut, ich veranlasse das. Ausnahmsweise.« Seine Stimme wird eindringlicher. »Aber beim nächsten Mal alarmierst du bitte den Notarzt. Hast du mich verstanden? Und zwar unverzüglich! Sonst sehe ich nämlich keine Chance mehr für Rebecca ...« Er schüttelt den Kopf. »Nein, nicht die geringste. Auch mir sind Grenzen gesetzt. Selbst du, der sich im Grunde alles leisten könnte ... Herrgott noch mal, du bist doch lange genug an diesem Klinikum gewesen, um zu wissen ...« Er bricht ab, lauscht. Legt den Kopf in den Nacken. Schließt die Augen. Stöhnt. »Nein, verdammt noch mal, es gibt keinen anderen Weg! ... Gut ... ja, ja, ja ... Ja, versprochen. Unter der Voraussetzung, dass du mich da raushältst. Sollte mein Name nämlich mit diesen ... ähm, Unfällen in Verbindung gebracht werden, wird niemand Rebecca helfen können. Hast du das kapiert? Ab sofort existiere ich nicht mehr für dich.«

Seine letzten Worte sind nur noch ein Zischen.

Er kappt die Verbindung, lässt das Handy zu Boden fallen und tritt zweimal kräftig mit der Kante seines Absatzes darauf.